| Hersbrucker Zeitung 18.3.2006 |
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SCHUPF 18.3.2006 (ap) Guiness,
Irish Stew und Freunde, die scheinbar spontan zusammen
musizieren, das gibt es nicht nur in Irland. Am vergangenen Samstag entführten „Greenfield“ die zahlreichen Zuhörer im „Stern“ auf einen Kurztrip zur grünen Insel. ( Bericht und Bilder von Andrea Pitsch - Hersbrucker Zeitung )
An
diesem Abend galt „Manpower“, da Sängerin Joan Croker aus Irland aus
beruflichen Gründen verhindert war. Doch die vier Vollblutmusiker Armin
Wolfermann an der Gitarre, Bernhard Stehle an der Fiddle, Gitarrist
Michi Dill und Akkordeonspieler Alex Filip ließen das Publikum auf
virtuose Art und Weise in die Gefühlswelt und das Alltagsleben der Iren
eintauchen.Um einige Erklärungen zu den teilweise kuriosen Texten zu
geben, moderierte der smarte Michi Dill aus Erlangen mit viel Witz.
Dabei war nicht nur ihm die Freude am Musik machen anzumerken, sondern
der ganzen Truppe. „Viele Leute kennen die meisten Stücke und so kann
man schnell zusammen spielen“, erläutert Alex Filip aus Berlin ihre
Liebe zum „Irish Folk“. Dazu tragen vor allem die „Sets“ bei –
Instrumentalstücke, die man beliebig aneinanderreihen kann und die sehr
fantasievolle Namen haben („Das ist meine neue Geliebte. Wie findest Du
sie?“). Solche „Sets“ führten die Gruppe vor rund zehn Jahren auch
zusammen. Bei einem „musikalischen Kartelabend“, einer so genannten
Session, in Nürnberg trafen sich die heutigen Mitglieder und
beschlossen fortan gemeinsam ihrer Leidenschaft für irische Musik zu
frönen. Die Mischung aus purer Lebensfreude und tiefer Melancholie in
den Songs lies zu keiner Zeit Langeweile oder Eintönigkeit aufkommen.
Themen wie Alkohol, Liebe, Tod, Heimweh und die schöne Landschaft
verpackten die vier Jungs in mehrstimmig und feinfühlig intonierten
Liedern. Da wurde von „The City of Chicago“, einem klauenden Bäcker,
einer widerspenstigen Mary, und nebelverhangenen Bergen gesungen. Auf
der musikalischen Rundreise durch Irland gab es auch einige Abstecher
in die Bretagne und nach Schottland. Für Gänsehaut-Stimmung sorgte das
bretonische „An Hani A Garan“ ebenso wie ein Lied in schottischem
Gälisch. Der Engelthaler Armin Wolfermann brillierte hierbei mit seinen
ausgefallenen Sprachkenntnissen
und seiner irisch anmutenden Stimme. Ein besonderes Highlight war sein
Auftritt an der keltischen Harfe, die eine anspruchsvolle Spielweise
erfordert, da ihre Saiten sehr lange nachklingen. Nach dieser Rast
voller Ruhe und sehnsuchtsvollen Klängen wie aus einer anderen Zeit
ging es mit vollem Tempo weiter. Michi Dill entpuppte sich als wahrer
Meister am Bodhran, einer Trommel aus Ziegenfell. Er entlockte ihr
erstaunliche Töne und Rhythmen und spielte sich nahezu in einen Rausch.
Obwohl die traditionelle Musik von „Greenfield“, wie sie in den „Irish
Pubs“ zum Besten gegeben wird, zum Tanzen anregen sollte, blieb es bei
den Jigs, Reels und Hornpipes bei Klatschen, Mitbrummen und zuckenden
Füßen. Lediglich Armin Wolfermann begeisterte die Zuhörerschaft mit
einer kleinen Einlage zu einer Polka. Der bis auf den letzten Platz
gefüllte Saal wollte den gesanglichen Ausflug zu den Kelten nicht ohne
eine Extra-Tour beenden. Ein Glück, dass „Greenfield“ zufällig ein paar
Zugaben vorbereitet hatte. Klassiker wie „The Spanish Lady“ oder das
irische Sauflied schlechthin „Whiskey in the Jar“ machten den Abschied
von der grünen Insel und von einer hervorragend aufgelegten Band
„Greenfield“ jedoch nicht leichter.
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